Der Ö.-Pinscher: Unser Nationalhund
 
 
 
Der Oktober ist Erwachsenen als der goldgelbe Monat mit seinen intensiven Herbstfarben, der Weinlese und als zweiter Marienmonat, neben dem Mai, ein Begriff. Der Jugend, und hier vor allem der Schuljugend, ist der Oktober als erster Monat mit einem freien Schultag ein Begriff: dem Nationalfeiertag.
 
 
                                         Gewissen Zeitgenossen ist der Nationalfeiertag  
                                         nicht als solcher sondern wegen seines „national“ suspekt. Warum eigentlich? Warum ist „national“ also „auf das Volk bezogen oder dem Volk gehörend“, suspekt - oder, wie man es zeitgenössisch zu formulieren hat: nicht der „political correctness“ entsprechend?
„Suspektness“ ist suspekt
Also mir, dem Chronisten-Pinsch, ist diese „Suspektness“ suspekt! Und wie! Gibt es doch bei uns in Österreich eine ganze Reihe nationaler Einrichtungen. So aus dem Pfotengelenk fällt mir da unser Nationalrat mit seinen Nationalräten, die verschiedenen Nationalmannschaften, von der derzeit Eurogebeutelten Nationalbank einmal ganz abgesehen.  
 
  
Österreichischer Pinscher ist unser Nationalhund
Na, und dann gibt es eben noch meine Verwandtschaft, den Österreichsichen Pinscher, den österreichischen Nationalhund. Bei meinen Archivstöbereien, warum wir zum Nationalhund avancierten,
bin ich mehrfach fündig geworden. Also einmal gleich vorweg: Daran,
dass von jedem „Pinscher-Boten“ vier Exemplare in der National-bibliothek archiviert werden, kann es nicht liegen. Der „Pinscher-Bote“ erscheint erst seit 1983. Da ist es schon eher nahe liegend, dass man das Deckenfresko (Barockfresko von Daniel Gran zeigt Österreichischen Pinscher) dieses Hauses zur Begriffsbildung herangezogen hat.  
 
  
Seit 1928 anerkannt
So leid es mir tut, ich muss euch heiß-kalt geben. Meine Rasse wurde zwar im Oktober als solche anerkannt - aber schon 1928! Den Nationalfeiertag feiern wir erst sei 1955! Also kann das wiederum nicht der Grund für den Nationalhund gewesen sein!
Historische Naseweise könnten meinen, bei 1928 fündig zu werden. Das war nämlich die Zeit des großen Bankenkrachs und da krachte es auch in unserer Nationalbank und sie kam auf den Hund. Eine dritte Variante, die zwar reizvoll ist, aber trotzdem ausgeschlossen werden muss ist die: Der im Bild mit der Fahne abgebildete Egon (vom Schildbach) ist nicht nur fahnen- sondern auch namenstragend.
Fünf einheimische Hunderassen
Bleibt eigentlich nur mehr die letzte Variant. Die hat der Mentor meiner Rasse DDr. Emil Hauck als so selbstverständlich angesehen, dass   er sie nur mündlich überliefert hat.
Dazu sollte man wissen, dass es bei uns in Österreich fünf bodenständige, also einheimische Hunderassen gibt:
1. die Tiroler Bracke
2. die Brandlbracke
3. die Steirische Rauhaarbracke
4. die Alpenländische Dachsbracke
5. den Österreichischen Pinscher
Wie man aus den Namen ablesen kann, sind meine ersten vier Kollegen samt und sonders Jagdhunde - also für die Jäger bestimmt.
Ich, der Nationalhund, bin „auf das Volk bezogen oder dem Volk gehörend“ - ohne jeden Herkunfts-, Standes- oder Berufsunterschied. Und es gibt mich tatsächlich schön auf unser ganzes Volk (unsere ganze Nation) verteilt: Von der Mindestrentnerin bis zur millionenschweren Schloss-Besitzerin.´
 
 
  
Bin auch genügsam
Und diese Pallette ließe sich jetzt, wie mein Herrl sagen würde, „ewig und noch drei Tage“ ausführen. Mir ist es wichtig, dass unsereiner in allen Lebensumständen zu finden ist und sich anpassen kann, auch wenn mir ein bisschen Grün ums Haus schon sehr recht ist. Und ein bisschen Auslauf trifft auch meinen Geschmack.  
 
  
 
Euer Chronistenpinsch